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Kiel übernimmt Federführung bei EU-Förderprojekt

Meldung vom 1. Oktober 2020

Die Landeshauptstadt Kiel ist 2019 den „Open & Agile Smart Cities“ (OASC) beigetreten, einem weltweiten Netzwerk aus Städten, die sich den Themen Digitalisierung und Smart City verschrieben haben. Weitere Projektpartner*innen sind Digitalagenturen der öffentlichen Hand, europäische Unternehmen und gemeinnützige Organisationen.

Gemeinsam mit den OASC-Mitgliedern Heidelberg, Antwerpen (Belgien), Saint-Quentin (Frankreich) und Cartagena (Spanien) hat Kiel nun als federführende Partnerin einen EU-Förderaufruf zum einheitlichen digitalen Binnenmarkt beantwortet und den Zuschlag erhalten.

Das Projekt mit dem Titel „Collaborative, Secure and Replicable Open Source ‚Data Lakes‘ for Cities“ soll die Technik für einen sogenannten Daten-Hub bereitstellen – einen Ort, an dem Daten aus der Stadt zusammengeführt werden. Dies können zum Beispiel statische Geodaten aus der Verwaltung oder Sensordaten mit Echtzeitinformationen sein.

Ziel ist es, die heutigen Dateninseln miteinander zu verbinden und insbesondere die sogenannte Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Daten herzustellen. Erst wenn Daten miteinander verbunden werden, kann zum Beispiel ausgewertet werden, wie der Verkehr vor und nach Events oder bei unterschiedlichen Wetterlagen fließt. In diesem Beispiel können durch Auswertung verbundener Daten Prognosen für das Verkehrsaufkommen berechnet und so der Verkehrsfluss gezielt verbessert werden.

Auf Grundlage der Daten werden im Projekt Beispielanwendungen des maschinellen Lernens entwickelt, die zum Beispiel Stadtplaner*innen bei ihrer Arbeit unterstützen können. So sollen Ist-Zustände zu Umweltbelastungen oder zu Verkehrssituationen im Stadtgebiet aufgenommen und Prognosen daraus erstellt werden. Das System wird so gestaltet, dass weitere Anwendungen hinzugefügt werden oder Dritte die Daten für eigene Anwendungen nutzen können.

Nach der initialen Umsetzung in Kiel wird die Technik in den vier anderen Projektstädten implementiert. Alle Komponenten werden als Open-Source-Module bereitgestellt, um eine Nachnutzung – auch für andere Kommunen – zu ermöglichen.

Jonas Dageförde, Chief Digital Officer der Landeshauptstadt Kiel, freut sich über den Zuschlag: „Das Thema Smart City wird uns in den nächsten Jahren immer mehr beschäftigen. Ein virtueller Ort, um die Daten zusammenzuführen und nutzbar zu machen, ist hierfür essenziell. Wir freuen uns darauf, die Federführung des Projektes zu übernehmen und mit den Projektpartner*innen zusammenzuarbeiten. Besonders wichtig ist uns die Entwicklung von Open-Source-Softwarebausteinen. Somit können die Ergebnisse von anderen Kommunen frei nachgenutzt werden – in Deutschland und auch international.“

Das Gesamtprojektbudget beträgt 2,28 Millionen Euro bei einer Förderquote von 75 Prozent (1,71 Millionen Euro). Die Landeshauptstadt Kiel beteiligt sich mit einer Stelle zur Projektkoordination. Das Projekt läuft in der Zeit vom 1. August 2020 bis 31. Juli 2022.

Gefördert wird das Projekt durch die „Innovation and Networks Executive Agency“ (INEA) der EU und implementiert den CEF-Building-Block „Context Broker“ (Connecting Europe Facility).

Die Projektpartner*innen sind: NEC Laboratories Europe GmbH, Interuniversity Micro-Electronica centrum vzw (Belgien), FIWARE Foundation e.V., Stadt Heidelberg, Ayuntamiento de Cartagena (Spanien), Ville de Saint-Quentin (Frankreich), Faubourg Numérique (Frankreich), Informatie Vlaanderen/Flanders Information Agency (Belgien), HOP Ubiquitous SL (Spanien), Open & Agile Smart Cities vzw (Belgien), Digipolis (Belgien), Sirus NV (Belgien), Vero City UG, Contrasec Oy (Finnland).

Ihren Projektantrag hat die Landeshauptstadt Kiel mit Unterstützung durch Smart Cities Lab und Venturenomix Consultancy gestellt.

Pressemeldung 679/25. September 2020/dit-ari

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